Prolix Studienführer - Freiburg
Sonntag, 12.Juli 2020 Uhr

 
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Guten Abend liebe Besucher unserer Webseite des Freiburger Studienführers!
 
Hier finden Sie alle Redaktionsbeiträge für Erstsemester und für Langzeitstudierende. Wir bemühen uns, die Informationen fortlaufend zu aktualisieren, zahlreiche Links laden dazu ein, direkt zu Angeboten anderer Websites zu kommen. Wer Anregungen hat, bitte mit dem Kontaktformular bei uns melden.
 
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Verschiedenes 

Fitnesstracker: Wer misst, misst Mist

Von 25 geprüften Fitnesstrackern liefern nur zwei Smartwatches stimmige Werte. Vor allem die getesteten Fitnessarmbänder messen Puls, Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke sehr ungenau. Abweichungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit, teilweise liegen sie auch über 50 Prozent.

Beim Laufen etwa zeigte das Xiaomi-Fitnessarmband im Mittel aller Probanden einen um 18 Prozent zu geringen Puls an. Im Extrem nannte das Armband für eine Testjoggerin einen Wert von 104 – statt 181. Bei der Streckenmessung zeigten viele geprüfte Armbänder beim Radfahren keine Strecke an. Selbst beim Gehen wichen sie ab – im Extrem um bis zu fast 40 Prozent. Bei den verbrannten Kalorien lag Garmin beim Gehen fast 75 Prozent daneben.

Die Tester raten, die Armbänder mit dem Smartphone zu koppeln. Dann können sie auf die Satellitenortung der Telefone zugreifen. Wer immer genaue Messwerte bekommen möchte, sollte aber gleich zu den zwei guten, aber teuren Smartwatches greifen. Sie kommen von Apple und Garmin und kosten rund 500 bzw. 330 Euro. Es gibt jedoch auch Smartwatches, die insgesamt nur ausreichend abschneiden.

In punkto Stabilität sind alle Geräte im Test sehr gut oder gut, beim Schutz der Nutzerdaten alle nur befriedigend oder ausreichend.

Der vollständige Test findet sich in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/wearables abrufbar.

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Veranstaltungen 

Casting für ein Musiktheaterstück? Echt, jetzt??

Casting für ein Musiktheaterstück? Echt, jetzt??
Foto: Frank Kloten

Schutzanzüge, Labor, Beatmungsschläuche… wer hätte ahnen können, dass die dystopischen Szenen aus der letzten MONDO-Produktion „Freiburg liegt am Meer“ vom Januar 2020 so schnell Wirklichkeit werden? Aus heutiger Sicht wirken sie geradezu visionär - und beweisen die Wichtigkeit und die Kraft des Theaters.

Deshalb macht MONDO weiter! Obwohl Castings, Proben, Singen, Tanzen, Aufführungen vor Publikum sich derzeit leider sehr unrealistisch anhören. Trotzdem suchen wir Studierende, die sich mit dem Regie-Team zusammen überlegen, wie man eine Produktion auf die Beine stellen kann, die auch in Zeiten von Corona funktioniert. Ideen gibt es bereits viele! Wer Lust hat, mitzumachen und seine Ideen beizusteuern, hat bei unseren Casting- und Kennenlern-Terminen die Gelegenheit, sich zu informieren und sich vorzustellen. Alle Termine finden in der Mensa Institutsviertel statt:

Mo, 20. Juli 2020, 18:30 – 22:00 Uhr:
Kennenlernen, Konzeptionsgespräch I,
Workshop Improvisation und Tanz

Do, 23. Juli 2020, ab 18:30 Uhr:
Vorsing-Termine nach Absprache von Montag

Sa, 25. Juli 2020, 10:00 – 13:00 Uhr:
Konzeptionsgespräch II

Selbstverständlich achten wir bei allen Terminen auf die Corona-Hygienevorschriften

Anmeldung/ Bewerbung bis 19. Juli bitte per mail an: dashohef@yahoo.com
Alle weiteren Infos gibt’s online ...

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Verschiedenes 

Vereint nach drei Jahrzehnten?

Vereint nach drei Jahrzehnten?

Zeitschrift „Bürger & Staat“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg mit neuem Themenheft

Mit der Zeitenwende 1989/1990 und ihren Nachwirkungen beschäftigt sich ein neues Heft, das bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) jetzt vorliegt. „Vereint nach drei Jahrzehnten?“ lautet der Titel der Neuausgabe von „Bürger & Staat“. 13 Beiträge thematisieren die Umwälzungen dieser beiden „Epochenjahre“, die Folgen der Transformationsprozesse und vor allem die Umbruchserfahrungen, die die ostdeutsche Bevölkerung erlebte.

Wie haben sich die politischen Einstellungen in Ost- und Westdeutschland im Zeitverlauf entwickelt? Ist Deutschland heute, mit Blick auf das Wahlverhalten und das Parteiensystem, politisch zweigeteilt? Und wie tiefgehend ist die Spaltung der Gesellschaft? Ein Aufsatz zur politischen Kultur nimmt dies anhand von Unterschieden zwischen einzelnen Bundesländern in den Blick. Das Heft enthält zudem Beiträge, die über individuelle Erfahrungen und Erlebnisse im Osten und im Westen berichten. Auch das Interviewprojekt „Generation 1975 – mit 14 ins neue Deutschland“ eröffnet persönliche Sichtweisen auf einen Abschnitt der deutsch-deutschen Geschichte, den Mauerfall und die Wiedervereinigung. Bilder von Siegfried Wittenburg, in den 80er-Jahren ein wichtiger Fotograf der DDR und als Verfechter der freien Meinungsäußerung in Wort und Bild mit dem Regime in Konflikt geraten, halten Menschen im Alltag im vereinten Deutschland fest.

Die LpB-Zeitschrift „Bürger & Staat“ greift aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen auf. Sie erscheint dreimal jährlich und richtet sich an das Fachpublikum, gleichermaßen ist die interessierte Öffentlichkeit angesprochen.

Kostenlose Einzelhefte und Gruppensätze können im Webshop der Landeszentrale bestellt werden: www.lpb-bw.de/shop. Ab einem Gewicht von 500 g werden die Versandkosten in Rechnung gestellt.

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Verschiedenes 

Kein Sommer ohne ZMF

Kein Sommer ohne ZMF
ZMF in Freiburg, Foto: © Tourismus Baden-Württemberg GmbH 2003

„Don’t stop the music – support our artists!” Mit diesem Leitgedanken bringt das Freiburger Sommer-Highlight dieses Jahr ein bisschen ZMF-Gefühl zu seinen Fans nach Hause.

Aufgrund der Corona-Krise kann das ZMF 2020 nicht in gewohnter Umgebung stattfinden. Doch die Festivalbesucher*innen und Fans müssen auf ein bisschen ZMF-Atmosphäre in diesem Sommer nicht verzichten. Gemeinsam mit dem Förderkreis Freiburger Musikfestival e.V. und dem ZMF-Nachhaltigkeitspartner NaturEnergie wurde die Idee entwickelt, das ZMF in Teilen von zuhause erlebbar zu machen und gleichzeitig die regionalen Künstler*innen, Projekte und Partner zu unterstützen. Damit steht das Projekt unter dem Leitgedanken „Don’t stop the music – support our artists“.

Auf der eigens geschaffenen Plattform www.zmf-on-air.de gibt es ab sofort ein laufendes Angebot an (Live-)Konzerten, Mitmachaktionen, Backstage-Videos, DJ-Sets und mehr – ein buntes Programm, an dem jede*r kostenlos teilnehmen kann und mit einer Spende die Möglichkeit hat, die teilnehmenden Künstler*innen und Projekte zu unterstützen.

Insbesondere während des angedachten Festivalzeitraums vom 15. Juli bis 2. August wird es tagtäglich etwas zu entdecken geben, fast so wie auf dem richtigen ZMF! Auch nach dem Stream sind die Videos weiterhin abrufbar. Am Ende des Projektzeitraums werden alle eingenommenen Spenden an die Künstler*innen verteilt.

Das erste Konzert mit dem Trio „La Tête“ wird an diesem Samstag (20.06.20) ab 19 Uhr live gestreamt. Das umfangreiche Repertoire des Trios reicht von Akustik-Pop Versionen alter und neuer Hits bis hin zu entspanntem Dinnerjazz.

ZMF support our artists – vom 15.07. – 02.08.2020
Vorprogramm ab 20. Juni ...

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Überbrückungshilfe für Studierende in akuter Notlage

Anträge können ab 16. Juni, 12.00 Uhr online gestellt werden

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hilft Studierenden, die wegen der Corona-Pandemie nachweislich in akuter Notlage sind, mit insgesamt 100 Millionen Euro Zuschüssen. Sie werden über die Studenten- und Studierendenwerke vergeben.

Die Überbrückungshilfe kann ab 16. Juni 2020, 12 Uhr, online beantragt werden. Aus technischen Gründen können die Anträge aber erst ab 25. Juni 2020 bearbeitet und geprüft und Auszahlungen veranlasst werden.

Weitere Informationen:
https://www.swfr.de/geld/corona-nothilfe/
Die wichtigsten Fragen: https://www.swfr.de/fileadmin/downloads/geld/faqs_fuer_studierende_deutsch.pdf

BMBF-Hotline zur Überbrückungshilfe:
Telefon: 0800 26 23 003
E-Mail: ueberbrueckungshilfe-studierende@bmbf.bund.de

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Wett­bewerb „Jugend testet 2020“

Wett­bewerb „Jugend testet 2020“
(c) Stiftung Warentest

Sieger-Teams arbeiten über Haar­schutz­mittel und Schulplaner-Apps

Die Siegerinnen und Sieger stehen fest: Aus 618 einge­reichten Wett­bewerbs­beiträgen hat die Jury des Wett­bewerbs „Jugend testet“ jetzt die sechs besten Arbeiten ausgewählt. Mehr als 2.300 junge Leute im Alter von 12 bis 19 Jahren haben um die Haupt­preise konkurriert. Dabei testeten die Jugend­lichen alles, was ihnen unter die Finger kam: Back­fische und Bienenwachs­tücher, Diäten und Döner­imbisse, Panzertape und Puddingpulver, Navigations- und Meditations-Apps – nichts war vor ihrem prüfenden Blick sicher.

Verbraucher­schutz­ministerin Christine Lambrecht, Schirmherrin des Wett­bewerbs, lobt nicht nur die diesjäh­rigen Preisträgerinnen und Preisträger, sondern alle Teilnehmenden für ihr Engagement und ihre beein­druckenden Projekte: „Bei ‚Jugend testet‘ zeigen uns Jugend­liche, was es heißt, unsere Konsumwelt kritisch und konstruktiv zu hinterfragen“.

Insgesamt 12.000 Euro gab es in den beiden Wett­bewerbs­kategorien Produkttests und Dienst­leistungs­tests zu gewinnen. Der mit 2.500 Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie Produkttests geht an eine Schülerin der Liebigschule in Gießen (Hessen) für ihren Test von Hitzeschutzmitteln für Haare. Nach dem Auftragen der Mittel strapazierte sie Haar­strähnen systematisch mit Föhn und Glätt­eisen und analysierte im Raster­elektronenmikroskop, wie gut die Produkte die Haare tatsäch­lich schützen.

Auch bei den anderen Preisträgerinnen in dieser Wett­bewerbs­kategorie dreht sich alles ums Haar. Für ihren Test von Zopfgummis erhalten drei Schüle­rinnen des Gymnasiums Markt­breit in Franken (Bayern) den mit 2.000 Euro dotierten 2. Preis. Sie wollten unter anderem wissen, wie reiß­fest die Haar­gummis sind, ob sie zum Ausleiern tendieren, auch beim Schwimmen unter Wasser guten Halt geben oder beim Heraus­nehmen aus dem Haar ziepen.

Der 3. Preis und 1.500 Euro gehen an vier Realschüle­rinnen aus Schöll­nach (Bayern) für ihren Test von festen Haarwaschmitteln. Sie prüften nicht nur, wie ergiebig die Mittel sind und ob der Schaum die Augen reizt. Wichtig war ihnen vor allem das Wasch­ergebnis: Lief es gut, waren die Haare nach dem Waschen glänzend, locker und leicht kämm­bar. Bei den schlechteren Mitteln sahen die Haare hinterher fettiger aus als zuvor.

In der Kategorie Dienst­leistungs­tests geht der 1. Preis an einen Schüler des Wilhelm-von-Siemens-Gymnasiums in Berlin für seinen Test von digitalen Schulplanern. Akribisch untersuchte er den Funk­tions­umfang der Apps. Dabei interes­sierte ihn vor allem, ob sich neben der Stundenplan­funk­tion auch die Haus­aufgaben digital notieren, Noten­systeme einstellen und Noten­durch­schnitte für jedes Fach berechnen lassen. Außerdem prüfte er, ob die Apps daten­schutz­konform sind und wie leicht sie sich konfigurieren lassen.

Ebenfalls mit einer App hat sich eine Schülerin der beruflichen Oberschule Straubing (Bayern) beschäftigt. Sie untersuchte mit 20 Probandinnen, wie intuitiv sich kostenfreie Zykluskalender-Apps bedienen lassen und ob Anwende­rinnen ihre Daten mit Pass­wort oder Code sichern können. Wichtig war ihr außerdem, was die App-Anbieter laut ihrer Daten­schutz­richt­linien mit den erhobenen Daten zu Zyklus, Verhütungs­methoden, Größe und Gewicht der Frauen machen. Dafür erhielt sie 2.000 Euro und den 2. Preis.

Der 3. Preis geht an zwei Schüle­rinnen des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums in Siegen (NRW) für ihren Test von Gemüsekisten-Lieferanten. Sie beur­teilten nicht nur Kundenfreundlich­keit und Flexibilität der Anbieter bei der Zustellung sowie Angebots­vielfalt und Frische des gelieferten Gemüses. Ihnen war vor allem wichtig, wie nach­haltig das Angebot der Lieferanten ist, also Regionalität, Saison­alität, Verpackung, Anbaubedingungen und Lieferwege.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie fällt die fest­liche Preis­verleihung dieses Jahr aus. Dafür erhalten die Preisträger*innen neben ihren Geld­preisen Einladungen zu einer drei­tägigen Berlin-Reise im nächsten Jahr.

Neben den sechs Haupt­preisen vergibt die Stiftung Warentest zahlreiche Anerkennungs­preise und Urkunden. Die nächste Runde startet im September 2020.

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Verschiedenes 

Atomkraftwerk Fessenheim: Ein erster Rückblick

Atomkraftwerk Fessenheim: Ein erster Rückblick
(c) Mitwelt.org

Am 22.2.2020 wurde Reaktor I in Fessenheim (F) abgeschaltet und die Stilllegung von Reaktor II soll am 30.6.2020 folgen.
Schon 1962 gab es erste Überlegungen der Électricité de France (EDF) für den Bau von Atomkraftwerken in Fessenheim.
Ursprünglich angedacht waren gasgekühlte graphitmoderierte Reaktoren, gebaut wurden Druckwasserreaktoren.
Mit dem Bau von Block 1 im Erdbebengebiet am Oberrhein wurde am 1. September 1971 begonnen. Die Kernspaltung begann am 7. März 1977.
Der Bau von Block 2 wurde am 1. Februar 1972 begonnen. Die Kernspaltung begann am 27. Juni 1977.
Der EDF gehören 67,5% der Strombezugsrechte der Anlage, die EnBW hält 17,5% und die übrigen 15 % gingen an eine Schweizer Kernkraftwerks-Beteiligungsgesellschaft AG (KBG).
Schon in der Planungsphase gab es eine Anti-Atombewegung in Frankreich und im Elsass, die erst später aus Frankreich nach Südbaden und in die Nord-Schweiz getragen wurde.
Die erste Demonstration gegen ein französisches AKW fand am 12. April 1971 in Fessenheim statt.
Der "Höhepunkt" der Umweltbewegung am Oberrhein 1975, die erfolgreichen Besetzungen des Bleichemiewerks in Marckolsheim und der AKW Wyhl (D) und Kaiseraugst (CH) kamen für Fessenheim zu spät. Der festungsähnliche Zaun war nicht überwindbar.
Ab März 1976 wurde in Heiteren die Baustelle des letzten noch nicht fertig gestellten Hochspannungsmastes für die Stromleitung des in Fessenheim produzierten Atomstroms besetzt. Auch der große Hungerstreik französischer Umweltschützer in Roggenhouse konnte die Inbetriebnahme nicht verhindern. Sie erzwangen aber die Gründung der ersten französischen Kontrollkommission.
1976-1977 verhinderte die elsässisch-badische Bevölkerung mit einer Bauplatzbesetzung den Bau des AKW Gerstheim bei Straßburg. Auch in Plogoff in der Bretagne führte massiver Widerstand zum Nichtbau eines AKW.
Das grenzüberschreitende "Nai hämmer gsait" zur Atomkraft genügte den Aktiven nicht. Im Sommer 1976 veranstalteten die Badisch-Elsässischen BI´s und der damals frisch gegründete BUND die weltweit erste große Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl.
Ab der Inbetriebnahme 1977 begann die große Gefahr für die Menschen am Oberrhein. Menschen starben bei der Gewinnung von Uranerz. Über den Schornstein und das Abwasser wurde ständig Radioaktivität abgegeben.
Die Katastrophenschutzpläne für das AKW Fessenheim waren noch bis 1977 geheim. Doch Umweltaktive "entliehen nicht ganz legal" die geheimen Seiten 144 bis 401 des Katastrophenschutzplans aus dem Landratsamt Lörrach und veröffentlichten diese.
Nach der Inbetriebnahme begann eine unendliche Kette von technischen Problemen, Schlampereien, Störfällen, Pleiten, Pech und Pannen.
Zwischen 1971 und 2020 gab und gibt es einen massiven, langsam und kontinuierlich anschwellenden Protest im Elsass, in Südbaden und der Schweiz, ein Protest in den eine Vielzahl von Kulturschaffenden tief eingebunden ist. Anti-Atom-Protest war und ist auch ein wichtiger Teil der alemannischen Regionalkultur.
Hunderttausende von Flyern, Plakaten, Bannern, Aufklebern und Ansteckern wurden produziert und verteilt.
Mit Presseerklärungen, Büchern, Broschüren, Newslettern und Internetseiten wurde die Bevölkerung informiert.
1977 wurde als deutsch-französisches Projekt der illegale Piratensender Radio Verte Fessenheim gegründet, aus dem später Radio Dreyeckland wird.
Bei einer Demonstration gegen den schnellen Brüter Superphénix in Malville mit 60.000 Teilnehmern wurde am 31. Juli 1977 ein Demonstrant von einer Polizeigranate getötet. Die außergewöhnliche Brutalität des Polizeieinsatzes hat die französische Anti-Atom-Bewegung jahrzehntelang geschwächt.
Die radioaktive Wolke der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 "endete genau" an der französischen Grenze. Der Fessenheimer Dauerprotest bekam neuen Auftrieb.
Ursprünglich war auf dem eingezäunten Fessenheimer AKW-Gelände der Bau von vier Reaktoren vorgesehen; erst 1991 wurde der Bau der Blöcke III und IV durch den anhaltenden Protest und den Atomunfall in Harrisburg, endgültig gestoppt.
Um der Atomkraft ein grünes Image zu geben erhält das AKW im Jahr 2003 für den "Schutz von Fauna, Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung u.a." die Umweltzertifizierung nach ISO 14001. "Umweltzertifikate" werden gezielt für Greenwash missbraucht.
Um die Umweltbewegung zu kaufen gründen EDF und EnBW im gleichen Jahr den Umweltverein "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang)". Der Versuch den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten scheitert.
2005 wurde der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) gegründet. Er arbeitet intensiv am Ziel, auf dem Rechtsweg und mit qualifizierten Gutachten eine Stilllegung der Reaktoren des KKW Fessenheim zu erreichen.
Im Jahr 2007 kritisierten die französische Umweltorganisation CSFR und der BUND die gefährlichen Pläne des französischen Staatspräsidenten Sarkozy, Atomkraftwerke und damit Atomkraftwaffen nach Libyen und in andere Spannungsgebiete des Nahen Ostens zu exportieren. Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi galt zu diesem Zeitpunkt noch als "guter, nützlicher" Diktator.
Um auch sprachlich Akzeptanz zu schaffen wurden die Katastrophenschutzpläne zu Notfallschutzplänen und aus der Katastrophe wurde das Ereignis...
Bei einer der größten der unzähligen, gewaltfreien Fessenheim-Demos im Jahr 2009 wurde die Stadt Colmar von der Polizei in eine Festung verwandelt. Vor der Demo wurde wieder einmal gezielt versucht, Angst vor "ausländischen" Umwelt-Aktiven zu schüren.
Die Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 erschütterte die Welt, leitete den deutschen Atomausstieg ein und stärkte den Fessenheim-Protest. Auf der badischen Rheinseite wurde der Widerstand parteiübergreifend Mehrheitsmeinung und auch Gemeinden mit konservativer Mehrheit traten dem TRAS bei.
In den sich häufenden Hitzesommern muss das kühlturmlose AKW, das wie ein gigantischer Tauchsieder den Rhein erhitzt, immer häufiger abgestellt werden.
Seit der Atomkatastrophe von Fukushima gab es am Oberrhein kontinuierliche Mahnwachen gegen Atomkraft und das AKW Fessenheim.
Der Neubau des „Druckwasserreaktors der Zukunft“ in Flamanville wurde zum hochriskanten finanziellen Fiasko. Der Bau des Reaktors sollte knapp über drei Milliarden Euro kosten und viereinhalb Jahre dauern. Nun ist er mehr als vier Mal teurer und braucht über 15 Jahre Bauzeit. Fehlerhafte Schweißnähte in einem schwer zugänglichen Bereich des Sicherheitsbehälters sind nicht reparierbar.
Zum Entsetzen der weltweiten Atomlobby bekommen die Visionäre der Sonnentage von 1976 in Sasbach Recht. Strom aus Wind und Sonne ist kostengünstiger als Atomstrom.
Umso aggressiver, mit neuen Durchsetzungsstrategien und industrienahen Schein-Bürgerinitiativen wie "Nuklearia" werden jetzt die alternativen Energien bekämpft um neue AKW politisch durchzusetzen.
Die Aktien der EDF (Électricité de France) sind im Keller und der Atomkonzern wies 2016 einen Schuldenstand von 37,4 Milliarden Euro auf. Aus Verzweiflung plante der Konzern die Gefahrzeit der französischen AKW über 40 Jahre hinaus zu verlängern; angestrebt werden hochriskante 60 Jahre.
Im Jahr 2012 kam die erste Abschaltankündigung für die Fessenheimer Reaktoren von Staatspräsident Hollande. Viele weitere Abschaltankündigungen, aber auch Demos und Aktionen folgten.
Am 22.2.2020 wurde der marode Reaktor I von Fessenheim abgeschaltet und die Stilllegung von Reaktor II soll am 30.6.2020 folgen.

Aussichten:

Nach der Abschaltung beider Reaktoren bleibt die Gefahr eines schweren Atomunfalls noch 3 bis 4 Jahre, solange die schlecht gesicherten "Abklingbecken" nicht entleert sind.
Schon jetzt beginnt die grenzüberschreitende Umweltbewegung den Abriss kritisch und konstruktiv zu begleiten, auch um einen gefährlichen Billigabriss zu verhindern.
Nach den Erfolgen in Wyhl, Gerstheim, Kaiseraugst und Fessenheim werden die maroden AKW in Beznau (CH) und Leibstadt (CH) und die Verteidigung der Energiewende noch stärker in den Fokus der Umweltbewegung rücken.
Der in Fessenheim produzierte Atommüll wird noch ca. eine Million / 1.000.000 Jahre strahlen und über 33.000 Generationen gefährden.
Die Reaktor-Schließung ist kein Anlass für Triumph. Sie gibt der Region am Oberrhein ein wenig mehr Sicherheit und ist Grund für Erleichterung und Freude. Im großen, globalen Krieg des Menschen gegen die Natur und damit gegen uns selber, haben wir die Zerstörungsprozesse entschleunigt und einen kleinen, wichtigen, regionalen Teilerfolg erzielt. Es lohnt, sich zu engagieren. Mein Dank geht an die unzähligen Aktiven, an Freundinnen und Freunde.


Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, Vizepräsident TRAS, Kreisrat, (Alt-) BUND-Geschäftsführer und seit 1974 in der grenzüberschreitenden Umwelt- und Naturschutzbewegung am Oberrhein aktiv

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Veranstaltungen 

Die Reihe „Konturen der nächsten Gesellschaft“ geht online

Die Vorträge der Reihe „Konturen der nächsten Gesellschaft“ sind ab Donnerstag, 18. Juni einmal wöchentlich online zu hören. Die Professorin für Politikwissenschaft in Gießen Nikita Dhawan beginnt die Online-Reihe mit ihrem Vortrag „Die Aufklärung vor den Europäern retten“ am 18. Juni um 19.30 Uhr. Ziel ihres Vortrages ist es, die widersprüchlichen Konsequenzen der Aufklärung zu verstehen ohne einen Anti-Aufklärungs-Standpunkt einzunehmen.

Weitere Online-Vorträge in der Reihe „Konturen der nächsten Gesellschaft“ finden donnerstags um 19.30 Uhr online statt:
„Die postmigrantische Gesellschaft“ von Naika Foroutan, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik, HU Berlin am 25. Juni;
„Theorie der digitalen Gesellschaft“ von Armin Nassehi, Professor für Soziologie in München am 2. Juli;„Plausible Klima-Zukünfte der Gesellschaft“ von Anita Engels, Professorin für Soziologie, Hamburg am 9. Juli.
Die Online-Veranstaltungen der Katholischen Akademie Freiburg werden in Zusammenarbeit mit dem Studium generale der Universität Freiburg und dem Theater Freiburg über das Video-Konferenz-System Zoom durchgeführt.

Die Online-Veranstaltungen sind kostenfrei. Bitte melden Sie sich an unter www.katholische-akademie-freiburg.de oder mail@katholische-akademie-freiburg.de. Sie erhalten dann einen Zugangslink. Anschließend sind die Vorträge zum Nachhören unter www.video-zukunft-gesellschaft.de abrufbar.

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